10. Oktoberstraße • A-9551 Steindorf/Ossiacher See
Erhöht im Norden über Bodensdorf am Nordufer des Ossiacher Sees, am Fuße der Gerlitzen-Alpenstraße, liegt die alte Pfarrkirche St. Josef in Tratten. Sie wurde im 17. Jahrhundert erbaut und besteht bis heute. Die neue Pfarrkirche St. Josef steht am westlichen Ortsrand von Bodensdorf und wurde 1929 von dem Wiener Architekten Hans Prutscher erbaut und 1987 von außen restauriert. Viele der Einrichtungsgegenstände wurden aus der alten Pfarrkirche in Tratten übertragen.
Die Orgel wurde 1904 für die alte Pfarrkirche St. Josef in Tratten angekauft. Ihr Erbauer ist nicht bekannt. Aufgrund verschiedener baulicher Merkmale kann Franz Grafenauer aus Egg im Gailtal als
Erbauer des Instrumentes mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Der Spieltisch stand ursprünglich frei vor der Orgel und das Gehäuse hatte vermutlich eine grünliche Färbung. 1960 wurde
die Orgel von Rudolf Novak (Klagenfurt) repariert. Es ist nicht klar, wann die Orgel von der alten in die neue Pfarrkirche übertragen wurde. Werner Owart nennt in den 1960/70er Jahren eine Orgel
mit zwei Manualen. Bei der Bestandsaufnahme 1985 durch Wolfgang Benedikt stand die Orgel bereits in der neuen Pfarrkirche. (Orgelbau Ottitsch baute 1991 eine neue Orgel für die alte Pfarrkirche.)
D. h. die Übertragung ist Mitte der 1970er Jahre anzusetzen; vermutlich wurde sie auch durch Novak umgesetzt. Bei dieser Übertragung wurde der ehemals freistehende Spieltisch in die linke
Gehäuseseite eingebaut.
Der Orgelprospekt zeigt drei Pfeifenfelder, von denen das höhere Mittelfeld mit einfachen, vergoldeten Schnitzerein als Schleier versehen ist. Die Balganlage steht auf einem Gerüst hinter der
Orgel. Im Spieltisch befinden sich die Registerzüge in einer Reihe über dem Manual. Die Orgel hat einen weichen, nicht aufdringlichen Klang, der den großen Kirchenraum trotz der recht kleinen
Registerzahl gut füllen kann.
Die Windladen sind als Schleifladen gebaut, die Trakturen sind vollmechanisch.
MANUAL | C–c³
Principal 8'
Flöte 8'
Octave 4'
Rohrflöte 4'
Octave 2'
PEDAL | C–cº
Subbass 16'
Octavbass 8'
Mechanische Schleiflade.
Wolfgang Benedikt, Die Orgeln der Bezirke Klagenfurt-Land und Feldkirchen, Phil. Diss., Wien 1985, S. 13-14
© Gabriel Isenberg, 2004
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© Dr. Gabriel Isenberg, 2023