Wulfenau, ev.-luth. Kirche

Orgel von Gebr. Haupt (Ostercappeln), 1855. Umbau durch Alfred Führer (Wilhelmshaven), 1946.


© Gabriel Isenberg, 10.07.2020
© Gabriel Isenberg, 10.07.2020

Die evangelisch-lutherische Kirche Wulfenau liegt in ruhiger Waldlage, abseits größerer Ortschaften, zwischen Dinklage und Essen (Oldenburg). Sie wurde 1852 durch Baurat Otto Lasius (Oldenburg) erbaut und erhielt 1855 eine Orgel aus der Orgelbauwerkstatt der Gebrüder Friedrich Wilhelm und Carl Friedrich Haupt in Ostercappeln. Die fünf Register standen auf einer durchschobenen Lade: Geigenprincipal 8', Gedackt 8', Doppelflöte 4' und Oktav 2' waren im Manual spielbar, Fagott 16' mit durchschlagenden Zungen als einziges eigenständiges Pedalregister, zusätzlich Gedackt 8' als Transmission ins Pedal.

Im Laufe der Zeit hat die Orgel mehrfach Veränderungen erfahren. Nachdem er der Orgel einen sehr schlechten Zustand bescheinigt hatte, führte Johann Martin Schmid („Schmid III“) aus Oldenburg im März 1923 (wenige Monate vor seinem Tod am 19. Juli) einen Umbau durch. Anstelle von Doppelflöte und Oktav wurden Salicional 8' und Flöte 8' eingebaut (das Manual war nun also komplett mit 8'-Register besetzt), im Pedal baute er Gedackt 16' anstelle des schon länger nicht mehr vorhandenen Fagott ein.

Der heutige Zustand der Orgel geht weitgehend auf die Arbeiten von Alfred Führer (Wilhelmshaven) 1946 zurück. Er baute eine neue Pedallade, die mit dem Gedackt 16' von 1923 besetzt wurde. Die Transmissionsventile in der kombinierten Lade von 1855 wurden stillgelegt. Die Manualdisposition erhielt nun eine gänzlich neue Gestalt mit Principal 4', Gedackt 8', Salicet 8', Blockflöte 2' und Scharff 3f. 1965 tauschte Führer Salicet 8' gegen eine Rohrflöte 4' aus.

Herrmann Stahl (Oldenburg) nahm 1984 Instandsetzungsarbeiten vor, wobei auch die beiden vorhandenen Keilbälge durch einen neuen Schwimmerbalg ersetzt wurden. 1992 führte die Fa. Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven) eine Reinigung und Überholung durch, seit 1997 war die Orgel bei Martin Cladders (Badbergen) in Pflege. Die letzte Reinigung und Generalreinigung erfolgte im Frühjahr 2023 durch die Fa. Werner Bosch Orgelbau aus Niestetal.

Das Orgelwerk ist auf der Empore oberhalb des Altares eingebaut, die Spielanlage befindet sich auf der linken Seite. In ihrer heutigen Gestalt ist die Orgel kaum noch mit der ursprünglichen Form von 1855 zu vergleichen, ist aber dennoch ein ansprechendes Instrument für den schönen, kleinen Kirchenraum und die kleinste evangelische Gemeinde im Oldenburger Land.

MANUAL | C–f³
Gedeckt 8'
Prinzipal 4'
Rohrflöte 4'
Blockflöte 2'
[Vakantzug]
Scharf 3f.

PEDAL | C–d¹

Subbass 16'

Pedalkoppel


Mechanische Schleiflade.

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D-49413 Dinklage-Wulfenau | Wulfenauer Damm 2/3


Quellen und Literatur: Fritz Schild, Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Wilhelmshaven 2008, S. 274 f ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 553 | Diese Orgel habe ich am 10.07.2020 gespielt.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 15.06.2023.