Orgel: Manufacture d'Orgues Ernest Muhleisen (Strasbourg), 2004.
Als ab den 1950er Jahren die Zahl der Katholiken in Harsewinkel stark anstieg, entschloss man sich zum Bau einer weiteren katholischen Kirche im Stadtgebiet, die von der Pfarrei St. Lucia abgepfarrt wurde. Am 9. September 1967 konnte die nach Plänen von Hans Schilling erbaute St.-Paulus-Kirche an der Wibbeltstraße eingeweiht werden.
Am 17. September 1977 konnte die erste Pfeifenorgel in der Kirche ihrer Bestimmung übergeben werden: Dabei handelte es sich um eine gebraucht angeschaffte Orgel von der Fa. Walcker (Ludwigsburg) mit 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal, erbaut 1954 für die Gustav-Adolf-Kirche in Herten-Scherlebeck, die bei der Umsetzung nach Harsewinkel einige Veränderungen erfuhr.
Nach der Jahrtausendwende ergab sich die Möglichkeit, die in die Jahre gekommene Walcker-Orgel durch ein neues Instrument zu ersetzen. Dazu hatte sich bereits 1997 ein Orgelbauverein gegründet. Eine großzügige Spende des Unternehmers Dr. Günther Claas in sechsstelliger Höhe ermöglichte die Anschaffung einer großen Orgel im französisch-romantischen Stil. Das von der Straßburger Orgelbauwerkstatt Manufacture d’Orgues Ernest Muhleisen erbaute Instrument wurde am 12. September 2004 in einem Pontifikalamt und Karsten Storck an der Orgel feierlich eingeweiht. Die 35 klingenden Register werden durch verschiedene Transmissionen auf 45 erweitert und um ein Carillon (Glockenspiel) erweitert. In die rein mechanische Traktur greift eine elektropneumatische Doppelregistratur für die Setzeranlage ein.
Die Harsewinkeler Muhleisen-Orgel gehört zu den herausragenden Instrumenten in Ostwestfalen und setzt mit ihrer französisch-symphonischen Ausrichtung einen besonderen Akzent in der Orgellandschaft. Die vom Verein für Kirchenmusik an der Muhleisen-Orgel (KiMO) veranstalteten Orgelfestwochen sowie mehrere CD-Einspielungen demonstrieren die klanglichen Qualitäten des Instruments.
I. GRAND ORGUE | C–a³
Montre 16'
Principal 8'
Flûte 8'
Viole 8'
Bourdon 8'
Octave 4'
Flûte 4'
Doublette 2'
Fourniture 2 2/3'
Fourniture 1 1/3'
Cornet V
Bombarde 16'
Trompette 8'
Clairon 4'
Koppel III-I
Koppel II-I
II. POSITIF EXPRESSIF | C–a³
Flûte 8' [Tr III]
Prestant 4' [Tr III]
Nasard 2 2/3' [Tr III]
Principal 2'
Quinte 1 1/3'
Clarinette 8' [aufschl.]
Koppel III-II
III. RÉCIT EXPRESSIF | C–a³
Bourdon 16'
Diapason 8'
Flûte à cheminée 8'
Gambe 8'
Voix céleste 8'
Prestant 4'
Flûte octaviante 4'
Nasard 2 2/3'
Flageolet 2'
Tierce 1 3/5'
Plein Jeu IV 2'
Cor anglais 16'
Trompette harmonique 8'
Hautbois 8'
Clairon 4'
Tremblant (II + III)
PÉDALE | C–g¹
Bourdon 32' [C–H akustisch, ab cº S.16]
Principal 16' [Tr I]
Soubasse 16'
Principal 8' [Tr I]
Bourdon 8' [Tr I]
Octave 4' [Tr I]
Bombarde 32'
Bombarde 16' [Tr I]
Trompette 8' [Tr I]
Clairon 4' [Tr I]
Koppel III-P
Koppel II-P
Koppel I-P
Carillon
Setzeranlage (18000 Kombinationen) mit Sequenzern.
Mechanische Schleiflade, elektropneumatische Doppelregistratur (Setzeranlage).
D-33428 Harsewinkel, Wibbeltstraße 2
Quellen und Literatur: Walcker-Opusbücher ⋄ Verein für Kirchenmusik an der Muhleisen-Orgel ⋄ Eigener Befund.
Nr. 475 | Diese Orgel habe ich am 26.01.2014 in einem Konzert zum ersten Mal gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 02.04.2025.
www.orgelsammlung.de
© Dr. Gabriel Isenberg, 2023/25