Orgel: Alfred Führer (Wilhelmshaven), 1965 [bis 1995 in St. Josef Lohne].
Die St.-Barbara-Kirche wurde am 23. Mai 1963 an der Grenze zwischen der Bauernschaft Handorf und der Bergarbeitersiedlung Langenberg bei Holdorf eröffnet. Die Konsekration des von dem Dammer Architekten Hans Büld entworfenen, modernen und großzügigen Backsteinbaus fand erst am 4. Juli 1971 statt.
Ihre erste Pfeifenorgel erhielt die Kirche 1969, als der Langenberger Organist Walter Richter aus den Altbeständen der abgebauten Holdorfer auf der rechten Seite der geräumigen Empore ein neues Instrument zusammenstellte. Diese Orgel tat allerdings nur wenige Jahre ihren Dienst und wurde später durch ein Elektronium ersetzt, das zunächst auf der Empore stand und dann unten in der Nähe des Altarraums Aufstellung fand. Die eingelagerten Bestände der Pfeifenorgel wurden im Zuge der Kirchenrenovierung um 1990 von dem Orgelbauer Martin Cladders (Badbergen) gesichert und eingelagert – sie enthalten zum Teil historische Bestandteile der 1781 von Hinrich Just Müller (Wittmund) für Dinklage erbauten Orgel.
Schließlich ergab sich die Möglichkeit, die 1965 von Alfred Führer (Wilhelmshaven) für die St.-Josefs-Kirche in Lohne erbaute Orgel gebraucht zu erwerben. Die Orgel wurde durch die Fa. Christian Lobback (Neuendeich bei Hamburg) Anfang 1995 in Handorf-Langenberg aufgestellt.
Enie Überholung erfolgte 1999 durch Martin Cladders (Badbergen). Und im Jahr 2003 nahm die Orgelbauwerkstatt Alfred Führer (Wilhelmshaven) eine Generalüberholung, Reinigung und Intonations-Anpassung vor.
Das Orgelgehäuse ist asymmetrisch aufgeteilt: Das rechte größte Pfeifenfeld mit etwas vorgesetztem Orgelfuß enthält das Pedalwerk; hinter den drei kleineren Pfeifenfeldern auf der linken Seite steht das Hauptwerk. Die Gehäuseteile sind im Innern allerdings nicht voneinander getrennt. Unter dem Hauptwerk ist die Spielanlage eingebaut. Das Rückpositiv mit ebenfalls drei Pfeifenfeldern steht in der Emporenbrüstung. Architektonisch prägendes Merkmal sind die Linien der oberen Gehäuseabschlüsse und der Labienverläufe.
In der Spielanlage befinden sich die Registerzüge an beiden Seiten. Die Koppeln sind über Hakentritte zu schalten. Das Hauptwerk ist mit dem Obermanual verbunden.
I. RÜCKPOSITIV | C–g³
Violflöte 8’
Gedackt 8’
Prinzipal 4’
Blockflöte 4’
Flachflöte 2’
Quinte 1 1/3’
Scharff 3f. [2/3’]
Krummhorn 8’
II. HAUPTWERK | C–g³
Quintade 16’
Prinzipal 8’
Rohrflöte 8’
Oktave 4’
Quinte 2 2/3’
Oktav 2’
Mixtur 4-5f. [1 1/3’]
Trompete 8’
Koppel I–II
PEDAL | C–f¹
Subbaß 16’
Prinzipalbaß 8’
Pommer 8’
Choralbaß 4’
Rauschpfeife 3f. [2’]
Posaune 16’
Koppel II–P
Koppel I–P
Mechanische Schleiflade.
D-49451 Holdorf (Handorf-Langenberg), Steinfelder Damm 8
Quellen und Literatur: Akten Orgelsachberatung des BMO Vechta ⋄ Gabriel Isenberg, Orgellandschaft Dammer Berge, Damme, 2011, S. 32 ⋄ Eigener Befund.
Nr. 404 | Diese Orgel habe ich zum ersten Mal am 03.03.2011 gespielt, danach mehrfach bei Gottesdiensten und anderen Gelegenheiten.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 01.04.2025.
www.orgelsammlung.de
© Dr. Gabriel Isenberg, 2023/25